Interview mit Justin Kraft über das Eröffnungsspiel der neuen Bundesligasaison.

Vor dem Hintergrund des anstehenden Bundesliga-Eröffnungsspiels, zwischen dem amtierendem Meister Bayern München und Bayer 04 Leverkusen, habe ich den Bayern-Fan, Blogger und künftigen Buchautoren, Justin Kraft interviewt. Er ist auch unter dem Synonym Lahmsteiger bekannt.

Autor: Hey Justin, am Freitag steht ja das Bundesliga-Eröffnungsspiel zwischen dem FC Bayern und Bayer04 an. Wie schätzt du dann die Form des FCB’s ein?

Justin: Hey, das lässt sich nach der doch sehr schwierigen Vorbereitung nicht eindeutig einschätzen. Beim Telekom Cup war der FC Bayern zunächst in beeindruckender Frühform. Dann kam die Asientour, wo die Münchner zwei ordentliche (Arsenal und Chelsea) sowie zwei sehr schwache Partien ablieferten (Inter und AC Mailand). Direkt nach der Rückkehr hagelte es eine Klatsche gegen Klopps Liverpool, die allerdings auf die Müdigkeit der Spieler geschoben werden kann. Im Supercup und auch in der ersten Pokalrunde sah man schließlich, dass zwar noch nicht alles passt, die Mannschaft aber durchaus auf einem Weg ist, der akzeptabel ist. Ich rechne also fest damit, dass die Bayern das Geschehen am Freitag in die Hand nehmen wollen und können.

Wen erwartest du in der Startformation der Bayern am Freitag? Wird es personelle Änderungen im Vergleich zum Pokalspiel gegen Chemnitz geben?

Das hängt auch davon ab, wer von den Verletzten zurückkehren kann. Ich rechne aber damit, dass Neuer und Alaba wieder verfügbar sein werden. Robben machte sein Comeback ja bereits im Pokal gegen den Chemnitzer FC. Das Grundsystem wird Carlo Ancelottis 4-2-3-1 sein. In der Viererkette sind Kimmich, Süle und Hummels derzeit wohl gesetzt. Je nachdem wie fit Alaba ist, wird entweder er oder Rafinha auflaufen. Friedl machte zwar auf sich aufmerksam, erhält aber leider noch nicht das Vertrauen. Auf der Doppelsechs rechne ich eigentlich fest mit Rudy, der einen hervorragenden Einstand hatte. Thiago war zuletzt ebenfalls verletzt und somit wird es für ihn eng. Die zweite Sechserposition wird dementsprechend zwischen Tolisso und Vidal entschieden, wobei letzterer mehr Kredit beim Trainer haben dürfte. Für Sanches sehe ich zumindest am 1. Spieltag keinen Platz. In der Offensive gibt es für Ancelotti wahrscheinlich keine Alternative zu Ribéry, Müller, der eine sehr starke Vorbereitung hatte, Robben und Lewandowski. Coman würde ich den Startelfeinsatz statt Robben wünschen, weil er in den letzten Spielen mit viel Selbstvertrauen agierte. Mein Gefühl sagt mir aber, dass der Niederländer beginnt.

Du hast die Vorbereitung des FCB’s bereits angesprochen: Was muss noch besser werden? Was läuft schon gut?

Unter Ancelotti darf man keine großartigen taktischen Sprünge erwarten. Seit der Italiener Trainer ist, hat der FC Bayern immer wieder Schwächen im Positionsspiel offenbart und wurde somit anfälliger für Drucksituationen und Abspielfehler. Grundsätzlich gilt es deshalb, die Form der Spieler zu stärken und schließlich die motivierteste und beste Elf aufzustellen. So simpel das klingen mag: Die individuelle Klasse muss am Maximum sein, wenn man diese Saison nicht nur erfolgreich, sondern sehr erfolgreich gestalten möchte. Besser werden muss trotzdem das Anbieten von Lösungen im eigenen Ballbesitz. Im Ansatz hat mir das tatsächlich ohne Alaba und Vidal zuletzt am besten gefallen. Rudy, Süle, Kimmich, Tolisso und der scheinbar wiedererstarkte Müller machten einen sehr positiven Eindruck auf der rechten Seite des Spielfelds und sorgten sowohl für viele sichere und sehenswerte Kombinationen, als auch für viele Dreiecke und Verbindungen auf dem Platz. Mit ihnen könnte Ancelotti sein vertikaleres Spiel vielleicht eher umsetzen, als in der vergangenen Saison.

Ich denke die nächste Frage muss ich da kaum stellen: Du hast letzte Saison oft kritisiert, dass Ancelotti taktisch nicht flexibel genug wäre. Hat sich da etwas geändert?

Wie schon gesagt, muss man da seine Erwartungen etwas runterschrauben. Das hat bei mir auch lange Zeit gedauert, weshalb ich Ancelotti da stellenweise auch Unrecht getan habe. Der Italiener wurde nicht für das Aufrechterhalten der taktischen Flexibilität geholt, sondern dafür, um aus den älteren Spielern des Kaders nochmal das Maximum rauszuholen. Ihn in der Hinsicht an Guardiola zu messen, wäre unfair. Für mich persönlich gehen Taktik, System, Entwicklung und Erfolg Hand in Hand. Bayern wollte aber scheinbar jemanden, der für Ruhe, Abgeklärtheit und Menschenführung steht. Ich denke, dass Ancelotti mit seiner Art durchaus erfolgreich sein kann. Zwar halte ich ihn nicht für den richtigen Trainer für den Umbruch, der jetzt immer wichtiger wird, aber dafür kann er persönlich recht wenig. Die Entscheidung hat der Verein getroffen. Ich glaube dennoch, dass ihm der große Wurf in dieser Saison gelingen kann. Dafür muss er aus seinen Fehlern der vergangenen Spielzeit lernen. Dazu zählte vor allem, dass er zu wenig rotierte. In der entscheidenden Phase hatte Ancelotti nur 12-13 Spieler in guter Verfassung, während der Rest ob der wenigen Einsätze überfordert war, wenn es zu Wechseln oder Verletzungen kam. Ancelotti wird auf mindestens 15-16 Spieler bauen müssen, die im Endspurt der Saison dann Topform haben. Nur dann besteht eine Chance auf den ganz großen Erfolg in der Champions League. Insgesamt wünsche ich mir nach der Zeit des Italieners aber einen Trainer, der wieder taktisch flexibler agiert und für die jungen Talente im Kader förderlicher ist. Auch in Verbindung mit der aktuellen Qualitätssteigerung im Jugendbereich wäre ein solcher Trainer sinnvoller.

Welche Formation und welches System sollte dieser denn einmal ausprobieren, wenn es nach dir ginge?

Wichtig ist gar nicht, welche Formation am Ende auf dem Spielberichtsbogen steht. Ich würde einfach gerne sehen, dass beim FC Bayern eine klare Linie zu erkennen ist. Das gilt sowohl für die Geschehnisse auf dem Spielfeld, als auch für die neben dem Platz. Seit Louis van Gaal steht der Rekordmeister für dominanten Ballbesitzfußball und ich glaube, dass der Kader auch kaum etwas anderes hergibt als das. Daher braucht es einen Trainer, der diese Philosophie vertritt und den Münchnern wieder mehr Lösungswege für kritische Situationen an die Hand gibt. Unter Pep Guardiola hatte man das Gefühl, dass die Mannschaft als Konstrukt fast immer in der Lage war, auf jede schwierige Spielsituation eine Antwort zu haben. Das war beeindruckend. Ich brauche keinen wöchentlichen Systemwechsel und es muss auch kein absoluter Nerd wie Guardiola sein, aber ich wünsche mir jemanden, der in der Lage ist, auf verschiedene Gegner und veränderte Situationen zu reagieren. Jemanden, der mit Veränderung, Wandel, Entwicklung und Anpassung versucht, äußere Faktoren zu minimieren und die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg so zu maximieren.

Welcher Spieler der Bayern wird nächste Saison viele Fans überraschen?

Ich sage das schon seit der Transfer bekannt geworden ist: Sebastian Rudy. Als der Wechsel bestätigt wurde, habe ich von sehr vielen Rode-Vergleichen gelesen und mir an den Kopf gepackt. Rudy hat in Hoffenheim unter Beweis gestellt, dass er herausragende strategische und technische Fähigkeiten mitbringt. Ja, er ist ähnlich flexibel einsetzbar wie Rode, aber das ist die einzige Gemeinsamkeit. Rudy wird Thiago entlasten und Vidal mächtig unter Druck setzen. Manchmal kosten Königstransfers eben keine 222 Millionen Euro, sondern gar keine Ablösesumme. Ich freue mich auf ihn und rechne fest damit, dass er Ancelotti im Laufe der Saison keine andere Wahl lassen wird, als ihn aufzustellen.

Im November erscheint das Buch ,,111 Gründe für den FC Bayern München“, welches du mit einem Freund und Autoren-Kollegen zusammen geschrieben hast. Wie ist das ein Buch zu schreiben? Wo unterscheiden sich für einen Fußball-Autoren Bücher von Blogs?

Natürlich sehe ich das als eine großartige Chance und es macht sehr viel Spaß. Das Buch ist noch in Arbeit, befindet sich aber bereits in den letzten Zügen. Der größte Unterschied ist in jedem Fall, dass die vielen Einzeltexte einen Gesamtzusammenhang ergeben müssen. Das ist bei der 111-Gründe-Serie zwar etwas einfacher als bei einer langen Geschichte oder ähnlichem, aber grundsätzlich ist es schon eine andere Nummer als ein Artikel.

Bei Mia San Rot greift ihr immer wieder auch taktische Aspekte auf, was euch zumindest für mich persönlich zu etwas ganz besonderem macht. Sollte sich die Fußballberichterstattung künftig generell eher in diese Richtung entwickeln?

Ich glaube, dass man bedenken muss, dass der Großteil der Fans Fußball eher als simple Sportart sieht und wenig Interesse an komplexen taktischen Prozessen hat. Auf der anderen Seite würde ich mich freuen, wenn sich die Fußballberichterstattung mit mehreren Facetten beschäftigen würde und zumindest der Versuch gestartet werden würde, das kritische Publikum davon zu überzeugen. Ein Mittelweg aus Taktik, Unterhaltung und Geschichten rund um das Spiel wäre schön. Einige haben da auch schon ganz gute Ansätze bewiesen.

Kannst du uns da ein oder zwei Beispiele nennen?

Erik Meijer wird bei Sky für seine Analysen von Nerds häufig belächelt. Im Ansatz finde ich aber, dass das ein gutes Konzept ist. Er verbindet eine lustige Art mit einigen Grundkompetenzen aus dem taktischen Bereich. Allgemein leistet Sky mit verschiedenen Experten am runden Tisch vor den Champions-League-Abenden gute Arbeit. Ähnlich ist das mit Holger Stanislawski im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der Fall. Wenn Experten eine gute Mischung aus Unterhaltung, Fachwissen und Erfahrung anbieten können, empfinde ich das als optimal.

Zwei Fragen habe ich noch: Wie kann Bayer Bayern schlagen und wie tippst du, wird das Spiel am Freitag ausgehen?

Indem sie die Bayern im Aufbauspiel unter Druck setzen, ohne damit große Lücken in der eigenen Formation zu öffnen. Das klingt natürlich einfacher als es ist. Bayerns Spiel ist dann verwundbar, wenn man den Übergang vom ersten ins zweite Drittel stören, dort Balleroberungen verbuchen und schließlich schnell umschalten kann. Steht Leverkusen kompakt, aber dennoch hoch und kann die Werkself die wichtigen ersten Pässe stören, so haben sie eine gute Chance auf einen Erfolg. Ich rechne aber damit, dass Bayern mit der bereits erwähnten starken rechten Seite auflaufen und dort die nötige Sicherheit aufweisen wird. Stimmt zusätzlich die Chancenverwertung, glaube ich – bei allem Respekt – an eine deutliche Nummer. Bayern wird 3:1 gewinnen.

Vielen Dank für das Interview, Justin!

 

Vielen Dank nochmal an dich Justin, für das Interview. Falls ihr mehr von Justins Meinungen und Analysen lesen wollt, schaut unter http://www.miasanrot.de/author/justin nach oder folgt ihm auf Twitter unter @LahmsteigerDE .

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Heiko Herrlich: Mehr als nur eine Identifikationsfigur?

Es ist nun schon ein bisschen Zeit verstrichen, seit Heiko Herrlich als neuer Coach von Bayer 04 vorgestellt wurde. Die Reaktionen unter den Fans waren gemischt. Einige meinten, er wäre eine bessere Lösung als die gehandelten Tayfun Korkut oder Martin Schmidt. Andere waren enttäuscht, weil sie ihn für eine schlechtere Lösung als den ursprünglichen Topkandidaten, Thomas Tuchel, hielten. Ich stimme beiden Sichtweisen zu. Ob ich Heiko Herrlich für eine gute Lösung halte? Ein kurzer Text dazu.

Freitags 13:10 Uhr: Der Theaterunterricht ist vorbei, dass Wochenende steht kurz bevor. Ich schaue auf mein Handy, frage mich, ob endlich ein neuer Trainer vorgestellt wird. Ich kann es mir kaum vorstellen. Sollte ja eigentlich schon seit 2 Wochen beschlossen sein.

Doch dann: Ich sehe eine Mitteilung der Fußball-App Onefootball. ,,Heiko Herrlich neuer Leverkusener Trainer“. Auf der einen Seite bin ich erleichtert, dass es nicht Tayfun Korkut wurde. Auf der anderen, einfach nur überrascht. Der Regensburger Erfolgscoach war doch schon mal beim Bayer. Jedoch als Spieler, oder?

Kurz danach schaute ich mir die Wiederholung der Pressekonferenz mit ihm an.  Herrlich gab sich sehr kämpferisch. Seine Aussagen haben mich, wie die meisten Fans ebenso, sehr beeindruckt. Herrlich möchte eine Einheit formen. Eine eingefleischte Bayer-Truppe, die das Kollektiv über den Einzelnen stellt. Er möchte mit dem Klub wieder oben angreifen. Möchte leidenschaftlichen Fußball und 120% Identifikation sehen. Solche Aussagen sorgen bei Fans für Begeisterung.

Nach der PK war ich von Herrlich auf zwischenmenschlicher Ebene überzeugt. Vielleicht sogar ein bisschen euphorisiert. Aber da ist noch ein anderes Kriterium, das mir bei Trainern sehr wichtig ist. Nämlich, über welche Taktikkenntnisse ein Trainer verfügt und wie sein Spielstil aussieht. Schalke 04 verpflichtete am selben Tag, den als Taktikfuchs bekannten Domenico Tedesco, den ich auch gerne in Leverkusen gesehen hätte. Welche taktischen Fähigkeiten hat Herrlich vorzuweisen, war für mich nun die brennendste Frage. In Regensburg ließ er meistens ein 4-2-3-1 spielen. Manchmal setzte er auch auf eine Doppelspitze oder setzte eine 3er Kette ein, wie er gegenüber dem Kicker angab. Herrlichs Spielstil ist auf offensiven Ballbesitzfußball ausgerichtet. Regensburg führte diese Philosophie zwei Ligen höher. Kommen wir zum Regensburger Kraftakt: Heiko Herrlich hat es geschafft, Regensburg von der Regionalliga in die 2. Deutsche Bundesliga zu führen. Ein wortwörtlicher Kraftakt waren auch die Relegationsspiele gegen ein Münchner Team, bestehend aus Topspielern der 2. Bundesliga.

Nicht nur sportlich kennt Herrlich die Schattenseiten des Lebens, als er beim VFL Bochum entlassen wurde. Er hatte einen Hirn Tumor. Er überstand diese Zeit und ist heute geheilt. In so einer Situation rückt alles in den Hintergrund.  Umso mehr gönne ich ihm diesen Schritt zu Bayer04, dem Verein bei dem er seine Aktive Spieler Karriere begann. Abgesehen vom VFL Bochum und von Jahn Regensburg trainierte er auch die U17 des Deutschen Fußballbundes und die des FC Bayern. Beides sind Beweise dafür, dass Herrlich mit jungen Spielern arbeiten kann und Hinweise, dass er den Leverkusener Weg, auf junge Talente zu setzen, weiter gehen wird.

 

Ich denke, Heiko Herrlich ist eine interessante Lösung.  Auch wenn er noch nicht viel Erfahrung und Erfolg in der Bundesliga hatte und (noch) nicht als Taktikfuchs gilt, bringt er gute taktische Ansätze, Leidenschaft und Emotionalität mit. Sein erster Erfolg ist die Vertragserfüllung von Stefan Kießling, welchen er davon überzeugen konnte, seine Karriere noch ein Jahr in Leverkusen fortzusetzen, bevor er seine Karriere beendet.

Heiko Herrlich wünsche ich viel Erfolg in Leverkusen. Ich traue es ihm zu, Leverkusen zurück auf die internationale Bühne zu führen und über mehrere Jahre hier erfolgreich zu sein.

Viel Erfolg, Heiko und auf eine langfristige, erfolgreiche Tätigkeit beim geilsten Klub der Welt!

Bayer04 Leverkusen: Saisonrückblick 2016/2017

Ich gucke raus. Die Sonne scheint. Super. Im Gegensatz zur Saison von Bayer, in der es eigentlich durchgehend regnete. Dabei hatte man doch den ,,besten Kader aller Zeiten“. Was lief eigentlich schief?  Gab es auch positive Aspekte und was sind die Lehren für die Zukunft? Diese Fragen möchte ich in diesem Artikel beantworten.

Auf dem Papier:

Zuerst einmal die Fakten: 11 Siegen stehen 15 Niederlagen gegenüber. 8mal spielte das Team unentschieden. Mit 53 Toren stellt Leverkusen die 6- beste Offensive der Liga. Mit 55 Gegentoren allerdings nur die 12-beste Defensive. Unteres Tabellendrittel. Wie der Platz in der Tabelle am Saisonende. Zu wenig für das ambitionierte und talentierte Fußballteam Leverkusen. Vom ,vor der Saison anvisierten Platz 3, war das Team am Ende 23 Punkte weit entfernt .Dort steht der BVB, dessen intern kritisierter Trainer Tuchel nun als Kandidat für den Trainerposten am Bayerwerk gehandelt wird.

Bayer hatte diese Saison durchschnittlich 54% ballbesitz und brachte 78% der Pässe an den eigenen Mann. Im Vergleich zu den letzten Spielzeiten hat sich Leverkusen hier sogar verbessert. Auch ein Verdienst von Tayfun Korkut, der kontrollierter spielen lassen wollte, was er allerdings nicht immer durchsetzen konnte. Gewiss war es ein schweres Erbe, welches Roger Schmidt Tayfun Korkut überließ. Den Spielern war zweieinhalb Jahre nur bedingungsloses Pressing eingeflößt worden.

Die Bundesliga-Spiele:

Wenn ich an diese Saison zurückdenke, bin ich froh ,dass sie vorbei ist. Ich denke z.B an die 0:3 Niederlage gegen Hoffenheim, ein 2:6 gegen den BVB, das 1:4 gegen Schalke und die anderen Niederlagen. Es gab auch tolle Spiele. Beispielsweise dieses 6:2 gestern in Berlin. Furios. Den Sieg über den BVB in der Hinrunde oder Pohjanpalos Hattrick und den damit verbundenen Sieg über den (wieder nicht abgestiegenen) HSV. Kurz gesagt: Zu viele Niederlagen.

 

Champions League und DfB Pokal:

Das Aus im DfB Pokal gegen die Sportfreunde Lotte war eines der schlimmsten Spiele, die ich jemals mit Leverkusen durchstehen musste. Wie beschämend. Als Champions League Teilnehmer, mit (ehemaligen?) Weltstars wie Chicharito, in der Aufstellung verlor das glorreiche Bayer04 gegen den Drittligisten Lotte und flog aus dem Pokal raus.

Deutlich besser schnitt Bayer in der Champions League ab. Die Gruppenphase überstand man ungeschlagen als Zweiter. Was allerdings besser klingt als es wirklich war, da man zwei sichergeglaubte Siege leichtfertig aus der Hand gab. Legendär ist meiner Ansicht nach, das Spiel gegen Tottenham im Wembley Stadion, als die aus Leverkusen mitgereisten Fans eine super Stimmung verbreitete  und Kevin Kampl das entscheidende Tor schoß. Dann das Ausscheiden gegen Atletico. Das Hinspiel verlief sehr unglücklich, Bayer verlor mit 2:4 unter Roger Schmidt. Im Rückspiel gab es ein 0:0 unter dem neuen Coach Tayfun Korkut. In der Champions League präsentierte sich das Team, wenn man die drei Wettbewerbe betrachtet, am besten.

 

Was schief lief:

Die Defensive präsentierte sich diese Saison trotz eines souveränen Bernd Leno als große Schwachstelle. Nach wie vor, kann das Team kaum Standards verteidigen. In der Innenverteidigung gab es keine Konstanz. Tah und Toprak waren oft verletzt. Wenn sie fit waren, spielten sie meist weit unter ihrem Zenit. Aleksandar Dragovic und Tin Jedvaj spielten ebenso unbeständig. Wer  aushelfen hätte können, wäre womöglich der erst nach Leipzig, dann nach Hamburg verliehene Grieche und Kämpfer Kyriakos Papadopoulos. Ein Typ wie Arturo Vidal, nur häufiger verletzt. Eine echte ,,Kampfsau“. So ein Typ fehlte Bayer besonders unter Tayfun Korkut.

Diese Saison hielt Roger Schmidt durchgehend an seinem Pressing-Fußball fest, was ihm am Ende zum Verhängnis wurde. Zu ausrechenbar war sein System, welches allerdings auch nicht mehr konsequent genug von den Spielern umgesetzt wurde.

Bei Korkut war eher das Gegenteil das Problem: Seine Taktik war nicht gut genug zu erkennen. Ansätze waren meistens da. Aber wirklich gezogen UND Punkte eingebracht hat sie nur gegen Bayern, Berlin, Köln und Darmstadt. Ich würde ihm raten, weiter an seiner Taktik zu feilen und bei verschiedenen, taktisch variablen Trainern zu hospitieren.

Eins lief da noch schief, diese Saison in Leverkusen. Die Effizienz bei Elfmetern. Ich glaube da muss ich gar nix groß zu sagen. Die meisten Elfer waren katastrophal. Zuletzt gegen Freiburg und Berlin wurde es dann aber wieder besser.

 

Was bleibt von Schmidt?

Vor allem die Erkenntnis, dass Bayer auch zukünftig auf die eigene Jugend setzen sollte. Mit Henrichs und Havertz kamen in 2 Saisons zwei Spieler aus der eigenen Jugend groß raus. Einer wurde sogar Nationalspieler.

Schmidt schenkte vielen seiner Spieler großes Vertrauen. Er machte sie besser. Ob Kampl, Tah, Henrichs oder Musterbeispiel Bellarabi: Sie alle, haben Schmidt viel zu verdanken.

Allerdings bleibt auch die Erkenntnis, dass ein Trainer in Leverkusen immer einen Plan B haben sollte. In den ersten beiden Jahren hatte er diesen. In seinem letzten nicht, weshalb er auch letztendlich gehen musste. Er hinterließ eine möglicherweise zu klare Handschrift.

Ich wünsche Roger Schmidt, einem guten Trainer, von Herzen viel Glück für die Zukunft.

 

Was bleibt von Korkut?

Natürlich deutlich weniger.

Er gab vielen Spielern eine zweite Chance. Ob Hilbert oder Jedvaj. Er half bei der Entwicklung des jungen Talents Kai Havertz mit. Er redete viel mit dem Team und fand am Ende in Stefan Kießling sogar einen wichtigen Führungsspieler, den viele herbeisehnten.

Auch dem kommunikativen Tayfun Korkut wünsche ich viel Erfolg für die Zukunft.

 

Saison-Fazit und welche Lehren man daraus für die Zukunft ziehen muss:

Man braucht einen Plan B! Taktische Variabilität ist wichtig wie nie. Rudi Völler sollte bei der Trainersuche vor Allem auf dieses Kriterium achten. Wichtig ist, dass der Coach gut mit jungen Spielern arbeiten kann und so das Team und den Weg des Vereines weiterhin verbessern kann. Im Kader von Bayer fehlten besonders am Saisonende die Führungsspieler, die dringend verpflichtet werden müssen.

Im Sommer wird sich einiges ändern. Ein neuer Trainer wird kommen. Der Abgang von Ömer Toprak und die Rückholaktion des Leverkusener Eigengewächses Dominik Kohr stehen bereits fest. Weitere Spieler werden in der anstehenden Transferphase den Verein verlassen, wie verstärken. Wichtig ist, dass Bayer04 danach kein Wolfsburg 2.0 wird, sondern schnell wieder oben mitspielt.

 

Bereits in der Hinrunde veröffentlichte ich eine Fehleranalyse der Hinrunde auf http://b04blog.de/ . Der Link dazu lautet:  http://b04blog.de/gastbeitrag-bayer-04-fehleranalyse/

 

 

Offener Brief an Rudi Völler

Sehr geehrter Herr Völler,

 

in Ihrem Verein, meinem Herzensverein, läuft momentan so einiges schief. Ich dachte, es sei mal an der Zeit, einige Dinge klarzustellen. Von Fan zu Sportdirektor. Von Entscheider zu Leidtragendem (wobei die Situation für Sie wohl noch deutlich schlimmer ist als für mich).

Sie Herr Völler, Sie haben doch eine der wichtigsten Positionen im Verein. Das führt dazu, dass sich die Medien für Sie interessieren. Ebenso die Fans, von denen viele diese Saison schon Ihren Rücktritt gefordert haben. Ebenso wie den von Michael Schade oder Roger Schmidt.

Nun haben Sie Herr Völler, nicht immer die richtigen Trainerentscheidungen getroffen. Stichwort Dutt. Oder Korkut.

Beim neuen Trainer ist keine eindeutige Handschrift mehr zu erkennen. Und kein Erfolg zu verzeichnen. Als ich von seiner Verpflichtung erfuhr, dachte ich zuerst,, was soll der denn hier?! Der war doch nicht einmal in der 2.Liga erfolgreich.“ Nach den Spielen gegen Atletico und Hoffenheim war ich dann relativ zufrieden. Das Team spielte kontrollierten Fußball. Das ist ja schon mal ein Fortschritt, dachte ich mir. Doch da täuschte ich mich. In den letzten Spielen gab es nur einen Sieg. Und das gegen Darmstadt, die so gut wie abgestiegen sind

 Wissen Sie: Als Roger Schmidt hier noch Trainer war, habe ich Sie immer verteidigt. Konsequent stellten Sie sich vor Ihren Trainer. Vor ihr Projekt. Aber wissen Sie was: Es ist ein Unterschied, ob Tayfun Korkut oder Roger Schmidt. Während Roger Schmidt immerhin ein Konzept hatte (an dem er meines Erachtens nach zu stur festhielt) besitzt Korkut gar keins. Er hatte auch im Gegensatz zu Schmidt eigentlich nichts vorzuweisen. Ich möchte hier auch gar nicht darüber diskutieren, ob die Entlassung Schmidts in der Saison richtig oder falsch war. Aber warum stellten Sie ausgerechnet Korkut ein? Alternativen waren ja da. Zur Not hätte doch auch der (durchaus erfolgreiche) Jugendtrainer übernehmen können.

Nach dem Spiel gegen Bayern traf es der Sky-Experte Lothar Matthäus genau auf den Punkt. Er kritisierte, dass die Leverkusener Mannschaft kein Fußball mehr spielte, sondern Fußball arbeite. In den vergangenen Jahren spielte das Team mit einer veränderten Taktik großartig gegen Ende der Saison auf. Wieso ändert Korkut nichts? Wieso lässt er so langsam spielen? Wieso probiert er denn keine Dreierkette aus? Wieso setzt er nicht den von Ihnen und Herr Boldt verpflichteten, kreativen Vladlen Yurchenko mal ein? Kreativität ist momentan nämlich eine Mangelware.

Und Sie reden darüber, dass Korkut womöglich länger Trainer in Leverkusen bleibt, als bis zum Saisonende. Ich hoffe, diese Aussage haben Sie nur aus Gründen der Höflichkeit getroffen.

Im Sommer muss ein Umbruch anstehen. Das kann unter dem richtigen Trainer eine Chance sein. Dieser Trainer sollte taktisch flexibel und innovativ sein. Wieso nicht Kontakt mit Rene Maric aufnehmen? Dieser gewann gerade mit RB Salzburg die UEFA Youth League. Auch der Portugiese Paulo Sousa könnte gut hierhin passen.

 Als ich im Winter hörte, Sie hätten Kontakt zu Julian Nagelsmann aufgenommen, freute ich mich. Es beruhigte mich auch ein wenig, dass Sie durchaus gute Ideen bei der Trainersuche haben.

 

Kommen wir wieder zur Unzufriedenheit der Fans. Diese bezieht sich nicht nur auf das Sportliche, sondern auch auf das Geschehen neben dem Platz. Die Ultras gehen deshalb schon nicht mehr ins Stadion. Das heiße ich allerdings keinesfalls gut. Echte Fans sollten die Mannschaft gerade in diesen schweren Zeiten unterstützen.

Doch auch die Vereinsführung und gerade der Geschäftsführer Michael Schade tragen ihren Teil dazu bei. Kaum ein Fan kann sich so wirklich mit Herrn Schade identifizieren. Was auch eigentlich kein Weltuntergang ist. Trotzdem empfehle ich Ihnen und der restlichen Geschäftsführung, sich noch mehr mit den Fans zusammenzusetzen. Als Sie den ehemaligen Stadionsprecher Wagner entließen und Klaus Schenkmann wieder einstellten, war das ein Schritt in die richtige Richtung. Das war ein Zeichen, dass Ihnen die eigenen Fans weiterhin sehr wichtig sind.

 

Was ich mir eigentlich für die Zukunft von Ihnen erwarte: Ich möchte wieder stolz auf meinen Verein sein. Gute Fußballspiele möchte ich sehen. Der Erfolg kommt dann von alleine.

Vielleicht bringt Sie dieser Text ja tatsächlich zum Nachdenken über gewisse Dinge. Einige Änderungen im Verein müssen anstehen. Sonst wird es wohl auch in der nächsten Saison viele,, Völler-raus“ Forderungen geben.

In diesem Sinne möchte ich den offenen Brief beenden und wünsche dem gesamten Verein und schließlich auch den Fans und mir selbst den Klassenerhalt.

 

Mit sportlichen Grüßen,

 

Lukas, einer von vielen Fans.

Bayer04: Wie sieht die Zukunft aus?

Das jüngste Bundesligaspiel hat Leverkusen durch einen Treffer in der Nachspielzeit verloren. Die Situation ist trotz der durchaus befriedigenden Leistungen gegen Darmstadt und Leipzig angespannt. Mit dem internationalen Geschäft nächste Saison wird es wohl nix mehr. Tayfun Korkut und das Team müssen jetzt darauf achten, sich nicht in den Abstiegskampf verwickeln zu lassen. Da kommt das Spiel gegen die Bayern am nächsten Spieltag ungelegen. Doch wie könnte sie aussehen, die Zukunft von Bayer04? Meine Einschätzung.

Wie ich schon im letzten Artikel betont habe, sollte das Team weiterhin nur auf sich selbst schauen. Absteigen werden sie nicht. Dafür ist der Kader schlicht zu gut und die Vereinsführung zu seriös.

Doch nach der Saison werden ohne das internationale Geschäft einige Spieler den Verein verlassen. Der Abgang von Hakan Calhanoglou und Chicharito steht so gut wie fest. Der Wechsel vom Vize-Kapitän, Ömer Toprak zu Borussia Dortmund ist bereits perfekt. Die Zukunft von Brandt, Kampl, Wendell, Bellarabi und sogar Lars Bender steht in den Sternen. Admir Mehmedi wird sich wohl wegen zu wenigen Einsatzzeiten einen neuen Verein suchen.

Bayer ist dazu gezwungen, im Sommer einen Neustart zu wagen. Auch wenn Verantwortliche wie Rudi Völler immer wieder betonen, der Verein hätte alle Hefte des Handelns in der Hand. Ein Neuanfang kann eine gute Chance sein.

Am wichtigsten ist zunächst die Trainer-Frage. Das Korkut nach dieser Saison Trainer bleibt, gilt als unwahrscheinlich. Tayfun Korkut mag ein sympathischer Coach sein, aber für ein Topteam ist seine Taktik meiner Meinung nach noch zu unentwickelt. Geeignete Nachfolger für ihn nannte ich bereits im letzten Artikel. Mit einem Thomas Tuchel oder Paulo Sousa als Trainer wäre ein Neustart ein reizvolles Projekt.

Zunächst muss es darum gehen, Leverkusen unter einem innovativem Coach wieder zurück ins internationale Geschäft, eigentlich sogar zurück in die Champions League zu führen. Im Falle eines Scheiterns, droht Leverkusen ein zweites Wolfsburg zu werden. Vorletzte Saison gewann der VFL noch den DFB-Pokal und wurde hinter den Bayern Zweiter. Diese Saison spielt das Team nach zwei Trainerwechseln innerhalb einer Saison gegen den Abstieg. Kurz vor Ende des Sommertransferfensters, verkaufte Wolfsburg letzte Saison mit Kevin De Bruyne seinen wichtigsten Spieler.

Die Leverkusener Vereinsführung darf nicht ähnliche Fehler begehen. Der Kader muss möglichst früh zusammengestellt und der neue Trainer präsentiert sein. Es gibt bereits erste Medienberichte um mögliche Sommerneuzugänge. Der Name von Freiburgs Keeper Alexander Schwolow fiel angeblich ebenso, wie der des HSV Stürmers Bobby Wood. Schwolow könnte Leno ersetzen und Wood Chicharito, sollte einer von ihnen wechseln. Spannend wird es auch sein zu verfolgen, was aus den Leverkusener Leihgaben Kyriakos Papadopoulos und Andre Ramalho wird. Insbesondere Papadopoulos spielt eine starke Rückrunde, was auch Bayer zu spüren bekam, als ebenjene Leihgabe im Spiel gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber das entscheidende Tor zum Hamburger Sieg und damit zur Leverkusener Niederlage köpfte.

Je früher der neue Trainer präsentiert wird, desto früher kann er auch mit Jonas Boldt und Rudi Völler den Kader für die nächste Saison zusammenstellen.

Er sollte den Leverkusener Weg fortsetzen und auf junge Spieler aus der eigenen Talentschmiede sowie junge Neuverpflichtungen setzen. Spieler wie Jonathan Tah, Kai Havertz und vor allem Kevin Volland werden nächste Saison wohl das Gesicht von Bayer sein, wenn bisherige Leistungsträger den Verein verlassen.

Interessant wird es sein, auf welche Taktik der neue Übungsleiter setzen wird. Meiner Meinung nach, könnte eine Ballbesitzorientierte Taktik sehr gut passen. Aber auch ein konterorientiertes Spiel könnte funktionieren.

Eines ist klar: Im nächsten Sommer steht Bayer ein Umbruch bevor. Ob man diesen Neustart nutzen kann liegt allein an den Verantwortlichen. Und an den Leverkusener Ultras, die bald hoffentlich wieder den Weg ins Stadion finden, um das Team zu unterstützen und den Verein so gleichzeitig auch wieder attraktiver machen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen schon einmal frohe und entspannte Osterfeiertage. Hoffentlich verbessert das Spiel gegen Bayern nochmal eure Laune J.

 

Abstiegskampf oder Wunder- Meine Einschätzung zum weiteren Saisonverlauf von Bayer 04

Knapp drei Wochen ist Tayfun Korkut nun schon Trainer in Leverkusen. Was ich mir von der Saison noch erhoffe und wer ihn womöglich beerben könnte, habe ich in diesem Text geschrieben.

Bereits nach dem ersten Spiel unter dem neuen Trainer, war der gewünschte Spielstil von Bayer04 für den Rest der Saison zu erkennen. Tayfun Korkut möchte, dass die Bayer-Fans ein Leverkusen sehen, welches hinten stabil steht und spielerisch ruhig, aber bei Kontern auch durchaus schnell spielend Akzente setzt. Meiner Meinung nach, ist dieser Spielstil für den Rest der Saison gut gewählt. Nach Jahren, die vom alternativlosen Pressing Roger Schmidt`s geprägt waren, wandelt sich zumindest vorerst der Spielstil des Leverkusener Teams. Ein Schritt in die richtige Richtung. In den letzten Spielen unter Schmidt, wirkte das Team ausgelaugt und die Fans maßlos enttäuscht.

Durch die Entlassung von Schmidt und die Verpflichtung Korkut`s änderte sich das Leverkusener Gesicht. Spieler , wie Roberto Hilbert erhielten wieder eine Chance. Während das erste Spiel unter Korkut gegen Werder Bremen enttäuschend mit 1:1 endete, überzeugte seine Truppe zumindest spielerisch gegen Atletico Madrid und das Überraschungsteam der Saison, die TSG 1899 Hoffenheim. Julian Nagelsmann, der Trainer dieses Teams wird übrigens als möglicher Nachfolger Korkuts gehandelt.

 

Wer könnte Leverkusen nächste Saison trainieren?

Leverkusen spielt unter Korkut wieder Fußball , den man sich als Fan ansehen kann. Jedoch ist er in meinen Augen (noch) kein Trainer, der ein Topteam wie Bayer 04 Leverkusen über eine Saison betreuen kann.

Trainer die im Sommer möglicherweise verfügbar und für Bayer geeignet sein könnten sind Roberto Mancini, Thomas Tuchel, Julian Nagelsmann oder Paulo Sousa.

Vor allem Tuchel ist für seinen attraktiven Ballbesitz-Fußball bekannt.

Nagelsmann ist momentan der Shootingstar unter den deutschen Trainern. Er rettete die TSG vor dem Abstieg und führte sie innerhalb eines Jahres vorerst auf einen Champions League Platz. Im Gegensatz zu vielen anderen Trainern, die mit ihren Teams Erfolge feiern bzw. feierten, wie z.B. Andre Breitenreiter in Paderborn, Dirk Schuster in Darmstadt oder Pal Dardai in Berlin, beruht Nagelsmann`s Erfolg vor allem auf seiner Taktik und nicht auf seiner Person.

Sousa und Mancini sind eher erfahrene Trainer,  die schon diverse Titel sammelten.

 

Mit welchem Ergebnis endet die Saison?

Mit einem negativen.

Ich glaube nicht, dass Bayer noch tief hinten reinrutscht. Zum einen, ist das Team nach wie vor Top besetzt. Spieler wie Kampl, Bellarabi, Brandt, Tah, Henrichs, Leno, Chicharito oder Lars Bender werden ihre Leistungen diese Saison noch/weiterhin abrufen.

Zweitens ist Bayer 04 Leverkusen seit Jahren ein seriös geführter Verein. Die Geschäftsführung um Rudi Völler, Michael Schade und Jonas Boldt wird Bayer wieder nach oben führen.

Allerdings stehen die Chancen, dass Leverkusen dies noch in dieser Saison schafft und Platz 7 erreicht, sehr schlecht. Eine minimale Chance könnte das Team am Leben erhalten, wenn es jetzt eine Serie startet, wie in den vergangenen beiden Saisons.

Meiner Meinung nach sollte das Team jetzt nur auf sich selbst gucken. Nicht nach unten aber auch nicht nach oben. Wenn die Mannschaft so spielt, wie im Rückspiel gegen Atletico Madrid oder wie in den ersten 60 Minuten gegen Hoffenheim, dann kann zumindest ich zufrieden schlafen gehen.

Doch egal, wie viele Punkte Bayer noch holt. Niemand kann zufrieden auf diese Saison zurückblicken. Zu schlecht spielte das Team z.B. gegen Ingolstadt, den HSV oder Mainz.

Außerdem wurde ein Trainer entlassen, dem der Verein vieles zu verdanken hat. Positiv ist das nicht.

Es liegt jetzt an Tayfun Korkut, dass aus einer erschreckend schwachen Saison keine Horror-Saison wird.

RB-Leipzig: Mit Konzept und Geld

Mehrere Wochen war RB Leipzig Tabellenführer der deutschen Bundesliga. Eine Eintagsfliege? Keinesfalls, sondern das Ergebnis eines Weges, der durch Konzepte und Geld geprägt ist.

 

2009 gegründet, heute 2.er der Bundesliga – Wieso der Verein heute dort steht.

RB Leipzig steht für rasanten Offensiv-Fußball. Die letzten drei Trainer des Klubs (Zorniger, Rangnick, Hasenhüttl) ließen alle ein enormes Pressing ausüben. Ausgeführt von einer jungen, technisch versierten Mannschaft. Von einem Team, was selbst auf einen Einsatz, eines Champions League erprobten Spielers, wie Kyriakos Papadopoulos (war in der Hinrunde aus Leverkusen ausgeliehen) , verzichten kann.

 

RB Leipzig besitzt eine hochmoderne Jugendakademie, die Deutschlandweit einzigartig und vorbildhaft aufgebaut ist.

 

Die Geschäftsführung verfolgt eine klare Transferstrategie, wonach der Verein nur junge, entwicklungsfähige Spieler verpflichtet. Bei Verpflichtungen müssen sie auf ihre Gehaltsobergrenze achten, welche im unteren Millionenbereich liegt.

 

Durch ein gutes Management und das Geld von Dietrich Mateschitz, konnte der Verein innerhalb weniger Jahre in die 1.Liga aufsteigen.

 

Zukunft von RB Leipzig:

Momentan ist RB Leipzig wohl das umstrittenste Projekt des deutschen Fußballs. Viele ,,Fußballromantiker“ werfen dem Verein vor, nur als Werbeprodukt des Brause-Giganten ,,Red Bull“ zu dienen. Außerdem habe Rasenballsport keine Tradition, ähnlich wie viele andere ,,Plastikclubs“. RB Leipzig mag zwar erst seit 2009 existieren, jedoch ist der Verein gut strukturiert, so ist die Grundlage für einen langen Verbleib im deutschen Profifußball vorhanden- und mit dem Geld des Besitzers Dietrich Mateschitz ist sogar die Grundlage für einen langfristigen Verbleib im oberen Tabellendrittel der deutschen Bundesliga gegeben.

 

Wer nun denkt, RB Leipzig sei ein Verein ohne Fans, der irrt sich. Denn RB ist ein Massenmagnet und der einzige,,Ostklub“(abgesehen von Hertha BSC ), der in der deutschen Bundesliga vertreten ist.

 

Ich finde es legitim das Projekt RB Leipzig zu hinterfragen. Wer dies tut, sollte jedoch Vereine mit Investoren ebenfalls hinterfragen, auch wenn diese vermeintliche ,,Traditionsklubs“ sind, wie z.B. der HSV oder 1860 München. Denn dort wird nur sehr selten so nachhaltig gehandelt, wie es in Leipzig der Fall ist.

 

Meiner Meinung nach ist RB Leipzig ein interessantes Projekt und gut für den Fußballosten Deutschlands, welcher endlich wieder Bundesliga-Fußball aus der Region bestaunen kann. Denn wichtig ist auf`m Platz!

Die Wiederkehr der Dreierkette im modernen Fußball

Sie ist wieder ein häufig gewähltes Mittel. Die Rede ist von der Dreierkette, die defensiv zur Fünferkette wird. In diesem Artikel möchte ich die Dreierkette näher beleuchten. Denn die Dreierkette wäre auch ein gutes Mittel für Bayer 04. Dies fand auch der Twitter-Nutzer @Germanbsfan, der mir vorschlug über dieses Thema einen Artikel zu schreiben.

 Die Dreierkette wird meistens in einer 3-5-2 Formation ausgeführt. Dieses System besteht unter Anderem aus drei Innenverteidigern, die auf dem Papier die Abwehr bilden. Vor ihnen spielen zwei Mittelfeldspieler, in der Regel ein ,,Sechser“ und ein ,,Achter“. Vor ihnen mischt der ,,Zehner“ die gegnerische Defensive auf. Die beiden Stürmer spielen vor ihm, an vorderster Front. Zwei Spieler habe ich bewusst noch nicht aufgezählt. Nämlich die beiden offensiven Außenverteidiger. Sie sind der Grund, weshalb die Dreierkette oft auch Fünferkette genannt wird. Denn die Außenbahnspieler funktionieren bei gegnerischen ballbesitz als Außenverteidiger und somit als fünfte Abwehrspieler. Jedoch sorgen sie nicht nur defensiv für Überzahlsituationen, sondern auch offensiv, bei eigenem Ballbesitz. Dort agieren sie dann ähnlich wie klassische Flügelspieler. Gerade mit Flanken und präzisen Zuspielen können sie im vordersten Drittel für Gefahr sorgen.

Ein anderes System mit Dreierkette ist das 3-4-3. In diesem System bilden ebenfalls drei Innenverteidiger die Abwehr. Davor spielen in der Regel ein ,,Sechser“ und ein ,,Achter“, welche von den beiden Flügelspielern umwirbelt werden. Den Angriff bilden drei Stürmer.

Ebenso wie der @Germanbsfan habe auch ich mich gefragt, ob ein System mit Dreierkette auch etwas für meinen Herzensverein Bayer04 Leverkusen wäre. Ich bin zu dem Ergebnis gelangt, dass ein klassisches 3-5-2  System meiner Meinung nach sehr gut zu dem Spielstil von Leverkusen passen könnte. Meine Traumaufstellung habe ich bereits auf meinem Twitteraccount ( @alexis_M_29 ) gepostet. Hier der Link dazu: https://twitter.com/alexis_M_29/status/824676950996295681 Wenn der Gegner in seiner eigenen Hälfte in Ballbesitz ist, kann der nähere Stürmer weiterhin den ballführenden Spieler attackieren. Der jeweilige Außenspieler rückt nach. Den sich hinter ihm öffnenden Raum, stopft der nähere Innenverteidiger . Seine Mitspieler rücken hintereinander nach. Der Vorteil an diesem System ist, dass vorne ein zusätzlicher Spieler, nämlich der ,,Zehner“, ebenfalls attackieren oder nachrücken kann. Er ist sozusagen der (frühere) Libero an vorderster Front.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Dreierkette wieder voll im Trend ist und viele gute Dinge mit sich bringt. Allerdings muss auch diese Formation zu dem System des Trainers und letztendlich dem ausführendem Team gut passen. Denn Andererseits , wird der Verein wohl nur wenig Erfolg haben.

Auch andere Formationen  mit Viererketten sind nicht schlechter. Die perfekte Formation, wurde noch nicht und wird wohl auch nie erfunden.  Außerdem kommt es nicht nur auf die Formation an, sondern auch um viele andere Dinge, um zum gewünschten Erfolg zu kommen. Dazu zählt auch die Interpretation der Formation. Also die Art wie der Trainer Fußball spielen lässt.